Autor November: Filiz Penzkofer im Interview

Den Auftakt unserer kulinarischen Reise macht eine sympathische junge Frau, Filiz Penzkofer, die uns zu einem kurzen Interview zur Verfügung stand.

 

Supper Club: Du bist mit der Gourmetküche des deutschen Vaters und der bodenständigen Kost der türkischen Mutter aufgewachsen. Welche Küche hat Dich und das Buch „Cook mal türkisch“ mehr geprägt?
Filiz Penzkofer: Das Zusammenspiel aus beidem. Wenn meine Eltern  am Herd standen, kreuzten sich ganz automatisch die deutschen und die türkischen Küchentraditionen. Ich habe von klein auf mitbekommen, wie gut die beiden Küchen zusammenpassen.

Supper Club: Du hast in Bamberg und Ankara Journalismus, Germanistik und Turkologie studiert. Danach bist Du nach Lissabon gegangen. Was hast Du dort gemacht und wieso gibt es kein Kochbuch mit „portugisisch-türkischen“ Charakter von Dir?
Filiz Penzkofer: Weil ich zu sehr mit Essen beschäftigt war.  Gebratene Bacalhau-Kroketten, Pulpo mit Olivenöl und Koriander, und dann zum Nachtisch: Pastel die Nata, kleine Törtchen aus Blätterteig und Vanillecremepudding. Man könnte auch sagen, ich war in Dauer-Recherche-Phase.

Supper Club: Wie kam es zu diesem Buchtitel „Cook mal türkisch“? Woher stammt die Idee?
Filiz Penzkofer: Gesprochen klingt das, wie „Kuck ma, Türkisch!“ Keine Ahnung, ob das überhaupt auffällt. Aber ich mochte die Doppeldeutigkeit.

Supper Club: Was ist Dein Lieblingsgericht aus deinem Kochbuch und warum?
Filiz Penzkofer: Ich liebe Manti, handgemachte Ravioli. Traditionell werden sie mit Hackfleisch gefüllt und in einer Soße aus Joghurt und süßer Paprikabutter serviert. Ich fülle aber lieber mit Kürbis und Ziegenkäse. Gewürzt werden die Manti mit dem neuesten Klatsch und Tratsch.  Es braucht nämlich Zeit und viele helfende Hände, um den Nudelteig zu falten – ideale Voraussetzungen für  Küchengespräche.

Supper Club: Was braucht Deiner Meinung nach ein gutes Gericht?
Filiz Penzkofer: Frische Zutaten und einen gutgelaunten Koch

Supper Club: Was ist die beste Entscheidung Deines Lebens gewesen?
Filiz Penzkofer: Die beste Entscheidung. Das ist schwer zu sagen, um das beantworten zu können, brauche ich noch ein paar Jahre Weisheit. Alternativ kann ich sagen, was der beste Rat meines Lebens gewesen ist. „Wenn du wütend bist, zähle erstmal leise bis 40, bevor du explodierst.“ Stammt von meiner Mutter und hat sich bewährt.

Supper Club: Kochst Du oft daheim mit türkischen und deutschen Freunden und gibt es dann Gerichte aus Deinem Buch?
Filiz Penzkofer: Während des Kochbuchschreibens gab es in meiner damaligen Wg ganze Küchengelage, ich hatte meine Freunde als Testesser eingeladen. Monatelang gab es bei uns täglich Kochbuchgerichte, manchmal das gleiche Rezept mehrmals, wenn etwas nicht funktioniert hat. Danach konnte ich eine Weile kein türkisches Essen mehr sehen und habe mir eine vietnamesische Pho-Suppen-Kur verordnet. Jetzt bin ich wieder die Alte. Wer nächstes Wochenende Zeit hat: Es gibt Börek ☺

Supper Club: Wer hat Dich inspiriert?
Filiz Penzkofer: Meine Mutter, die jedes Essen auftischt, wie ein Gemälde. Mein Vater, der die Augen für einen Moment schließt, wenn es ihm schmeckt. Und dann Yotam Ottolenghi, dessen jüdisch-arabische Küche nicht nur unfassbar lecker, sondern auch ein Symbol für Frieden ist.

Supper Club: Wenn Du ein weiteres Kochbuch schreiben könntest und hättest freie Wahl des Themas – Welches Kochbuchthema wäre für Dich die größte Herausforderung?
Filiz Penzkofer: Ein spanisch-deutsch-türkisches Kochbuch. Das würde sich anbieten, mein Freund Pablo ist ein Spanier, ein Madrileno. Die Herausforderung bestünde darin, ihn zu überreden, ein wenig Pfifferling in seine geliebte Tortilla zu streuen, oder die Croquetas de Pulpo mit Sauerkraut zu servieren. Aber ich arbeite daran.
Supper Club: Du schreibst eine Kolumne für den Bayrischen Rundfunk. Du schreibst dort „Gerichte mit Geschichten“. Was können die Gäste von Dir beim Supper Club erwarten? Auch Gerichte mit Geschichten?
Filiz Penzkofer: Die Kolumne hat mir großen Spaß gemacht, aber nach vier Jahren war eine Veränderung nötig. Anstatt selbst wie bisher eigene Geschichten über Gerichte zu schreiben, gucke ich jetzt über fremde Tellerränder. Im November wird der Kochgeschichtenblog von meiner Großcousine Funda und mir starten, wo Menschen ihre eigenen Geschichten zu ihren Lieblingsrezepten erzählen werden.
Supper Club: Was können die Gäste von Dir beim Supper Club erwarten? Auch Gerichte mit Geschichten
Filiz Penzkofer: Natürlich! Auch zum Supperclub werde ich Kurzgeschichten mitbringen. Aber da man mit vollem Mund nicht sprechen soll, werde ich mein Lebenswerk auf einige wenige Exemplare begrenzen.

Supper Club: Vielen Dank für das Gespräch und wir freuen uns auf den Supper Club mit Dir im November!
Filiz Penzkofer: Immer gerne – ich freu mich auch schon sehr.


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